Erste Unterlagen für (Verbraucher-) Insolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung 
Gläubigerliste, in der zu jedem Gläubiger genannt sind (mehrere Schulden bei einem Gläubiger bitte zusammenrechnen):
  • vollständiger Vor- und Zuname bzw. Firma des Gläubigers
  • vollständige, postalische Adresse des Gläubigers (keine Postfach-Adresse)
  • ggf. Vertreter des Gläubigers (z.B. Inkasso) mit vollständiger Adresse
  • Tel-/Faxnummer des Gläubigers oder dessen Vertreters, soweit bekannt
  • Ansprechpartner, soweit bekannt oder vorhanden
  • Ihr dortiges Aktenzeichen, Kontonummer etc. (diese Angaben sind unerlässlich!)
  • Grund der Schulden (z.B. Darlehen, Bürgschaft, Einkommenssteuer o.ä)
  • Betrag (Summe) der Schulden bei diesem Gläubiger einschließlich Zinsen 
  • Bestand der Schulden (Ihrer Ansicht nach berechtigt/nicht berechtigt)
Unterlagen zu den Schulden, und zwar erst einmal nur zu jeder Schuld
  • Titel (z.B. Urteil, Vollstreckungsbescheid), soweit gegeben, sonst
  • Vertrag (z.B. Mietvertrag, Kaufvertrag o.ä.) oder
  • Bescheid (z.B. Steuerbescheid, Bußgeldbescheid o.ä.), der nicht (mehr) beglichen werden konnte, sonst
  •  Forderungsschreiben des Gläubigers oder
  • sonstigen schriftlichen Beleg über die jeweilige Forderung
Vermögens- u. Einkommensnachweis, z.B.
  • Gehaltsbescheinigung
  • Gehaltsabrechnungen mindestens der letzten drei Monate
  • Arbeitslosengeldbescheid
  • Arbeitslosen- oder Sozialhifebescheid
  • Belege über sonstige Einkünfte
  • Grundbuchauszüge
  • Vermögensverzeichnis (ggf. Vermögensauskunft)
Belege über laufende Belastungen, z.B.
  • Mietvertrag
  • Strom- Gasrechnungen
  • Betriebskostenabrechnung
  • Unterhaltstitel
  • Ratenzahlungen
Verfahrensdauer
Die Verfahrensdauer hängt vor allem davon ab,
•  wie vollständig, übersichtlich und richtig Sie die Unterlagen vorbereitet haben,
• wie schnell die Gläubiger Auskunft geben und zu dem Schuldenbereinigungsplan Stellung  nehmen — und ggf.
• wie schnell der Antrag auf Eröffnung des (Verbraucher-/Regel-) Insolvenzverfahrens bei Gericht bearbeitet wird.
Erfahrungsgemäß beruhen die größten Zeitverzögerungen auf dem ersten der genannten Punkte. Es liegt also wesentlich in Ihrer Hand, das Verfahren zu beschleunigen, indem Sie die Unterlagen gleich sorgfältig und vollständig zusammenstellen. Vermeiden Sie daher bitte
  • die Vorlage unnötiger Unterlagen, Schreiben, Belege, Urkunden, Mahnungen usw. Bei Zweifelsfragen helfen wir Ihnen gerne; wir können aber nur Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Unsortierte Unterlagen, aus denen wir uns selbst das passende heraussuchen sollen, nur weil Sie selbst keine Lust dazu haben, nehmen wir nicht entgegen.
  • unvollständige Angaben. Wenn die Adressen der Gläubiger unvollständig oder falsch sind, müssen wir bei den Meldeämtern nachfragen und sonstige Nachforschungen anstellen. Es kann dann u.U. mehrere Wochen oder sogar Monate bis zu einer Antwort dauern. Fehlt das Aktenzeichen oder die Kontonummer des Gläubigers, kann ggf. dort der Vorgang nicht zugeordnet werden. Die Antwort des Gläubigers verzögert sich dann entsprechend lang.
  • das Nachbenennen von Gläubigern und Schulden. Sollten tatsächlich später noch Gläubiger und Schulden bekannt werden, müssen diese selbstverständlich benannt werden! Ärgerlich sind aber erst einmal "vergessene" Gläubiger und Schulden. Die Zeitverzögerungen und der Aufwand sind dann ganz erheblich, weil die Gläubiger evtl. unter neuer Fristsetzung angeschrieben werden müssen. Es muss u.U. gar ein neuer Schuldenbereinigungsplan aufgestellt werden, der wiederum allen Gläubigern vorgelegt werden muss. Der vorbereitete Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens muss neu verfasst und unterzeichnet werden usw.. Je später Gläubiger und Schulden nachbenannt werden, umso größer wird der i.G. eigentlich unnötige Aufwand und die Zeitverzögerung.
Strafbarkeit
Vermeiden Sie Strafbarkeit durch sog. Eingehungsbetrug! — Sie dürfen nicht neue Verträge oder Vergleiche schließen, bei Versandhäusern bestellen, Schecks ausstellen usw., wenn Sie schon jetzt wissen, dass Sie ihre Verpflichtungen daraus nicht werden erfüllen können. Sie machen sich sonst gemäß § 263 Strafgesetzbuch (StGB) wegen Betruges strafbar!

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